Harburger Notizblätter

1926 beauftragte der Verband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern den Kunsthistoriker Theodor Harburger (1887–1949), die in bayerischen Synagogen befindlichen Ritualobjekte zu inventarisieren. Bis 1932 besuchte Harburger 213 Synagogen und dokumentierte auf über 2.000 eng beschriebenen Seiten Ritualgegenstände, Synagogaltextilien und weitere Ausstattungsgegenstände sowie Objekte des häuslichen Gebrauchs aus rund 90 Privatsammlungen. Insgesamt erfasste Harburger mehrere tausend Objekte, von denen er rund 800 fotografierte. Die handschriftlichen Aufzeichnungen umfassen Maß- und Materialangaben, detaillierte Beschreibungen, Abschriften von hebräischen Widmungsinschriften und zeichnerische Wiedergaben von Meister- und Beschauzeichen bei Silbergegenständen.
Bisher lagen Theodor Harburgers Inventarnotizen nur in handschriftlicher Form in den Central Archives for the History of the Jewish People (CAHJP) in Jerusalem im Original und im Jüdischen Museum Fürth als Mikrofilme aus den 1990er-Jahren vor.
Die wissenschaftliche Edition und digitale Erschließung dieser Aufzeichnungen stellt Wissenschaftler*innen unterschiedlichster Sparten ebenso wie einer breiten interessierten Öffentlichkeit ein wichtiges Werkzeug zur Verfügung.

Tora-Vorhang (Parochet), Harburg (Schw.)

von Theodor Harburger

CC BY-NC 4.0

  • Datierung 1794–1795
  • Objektart Textilie
  • Material Damast, Samt; bestickt
  • Inventarnummer P160a.076.015.001
  • Zugang Leihnahme
  • Creditline CAHJP, P160a-076, Harburg, Bl. 15
  • Zitiervorschlag Theodor Harburger, Tora-Vorhang (Parochet), Harburg (Schw.), 1794, CAHJP, P160a-076, Harburg, Bl. 15
  • Permalink https://sammlung-online.juedisches-museum-muenchen.de/objekt/tora-vorhang-parochet-harburg-schw-50002501

Werktext

Parochoth: Aushang: Rosa Damastgrund mit Phantasiestickerei u. Gold, Silber und blau, in der Mitte grünsamtenes Rechteck, gold umrahmt, mit goldgesticktem Text: [heb]. Darüber hängt dazu passendes Gehäng (Draperie). Die mit Punkten bezeichneten Buchstaben: [heb] 555 bezeichnen die Jahreszahl und sind außer durch die Punkte noch durch Verwendung von Silber- statt Goldstickerei hervorgehoben (1795). Dieser Parocheth bezieht sich wohl auf den noch vorhandenen Sulzbacher SchaS [heb] vom Jahre: 1766 - 1776 erschienen [Foto CAHJP, P160-2 und Foto CAHJP, P160-1].
|כתר תורה // שייך לח"ק דתלמוד ש"ס // בבלי בק"ק הארבורג יע"א // לפרט וה°גי°ת° בו יומ°ם° ול°יל°ה // לפ"ק $ הית ממלל = 555
|Krone der Tora // Eigentum der Chevra Kadischa für das Lernen im babylonischen // Talmud in der heiligen Gemeinde Harburg, Der Höchste beschütze sie Amen, // der Zählung "Und du sollst sinnen darüber Tag und Nacht" [Jos. 1,8] [555] (1794/1795).
|Der letzte Teil des hebräischen Textes besteht aus den markierten Buchstaben der Jahreszahl, die Harburger nochmal separat aufgeführt hat. Die Addition der markierten Buchstaben ergibt 555 (1794/1795).