Harburger Notizblätter
1926 beauftragte der Verband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern den Kunsthistoriker Theodor Harburger (1887–1949), die in bayerischen Synagogen befindlichen Ritualobjekte zu inventarisieren. Bis 1932 besuchte Harburger 213 Synagogen und dokumentierte auf über 2.000 eng beschriebenen Seiten Ritualgegenstände, Synagogaltextilien und weitere Ausstattungsgegenstände sowie Objekte des häuslichen Gebrauchs aus rund 90 Privatsammlungen. Insgesamt erfasste Harburger mehrere tausend Objekte, von denen er rund 800 fotografierte. Die handschriftlichen Aufzeichnungen umfassen Maß- und Materialangaben, detaillierte Beschreibungen, Abschriften von hebräischen Widmungsinschriften und zeichnerische Wiedergaben von Meister- und Beschauzeichen bei Silbergegenständen.
Bisher lagen Theodor Harburgers Inventarnotizen nur in handschriftlicher Form in den Central Archives for the History of the Jewish People (CAHJP) in Jerusalem im Original und im Jüdischen Museum Fürth als Mikrofilme aus den 1990er-Jahren vor.
Die wissenschaftliche Edition und digitale Erschließung dieser Aufzeichnungen stellt Wissenschaftler*innen unterschiedlichster Sparten ebenso wie einer breiten interessierten Öffentlichkeit ein wichtiges Werkzeug zur Verfügung.
Synagogenleuchter, Roth (Mfr.)
- Datierung 1737–1738
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Objektart
Leuchter
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Material
Messing
- Inventarnummer P160a.162.008.005
- Zugang Leihnahme
- Creditline CAHJP, P160a-162, Roth, Bl. 8
- Zitiervorschlag Theodor Harburger, Synagogenleuchter, Roth (Mfr.), 1737, CAHJP, P160a-162, Roth, Bl. 8
- Permalink https://sammlung-online.juedisches-museum-muenchen.de/objekt/synagogenleuchter-roth-mfr-50003974
Werktext
Sonst noch vorhanden die Reste von größeren und kleineren Messing-Hängeleuchtern, alle defekt. Einer zeigt den Zeus, mehrere ein- und doppelköpfige Adler. Einer hat die Inschrift: [heb] (Ende 1737 wie oben begründet).
|זה האיש אשר נדיב לבו לתת מנורה הטהורה לב"ה חדשה דרוט ה"ה כהר"ר יהודא ליב בן כהר"ר יחיאל ז"ל מאנשבך וזוגתו א"ח מרת חיילה בת כהר"ר יעקב איטינגין שלי"ט שנת תצ"ח לפ"ק
|Dies ist der Mann, dessen Herz so freigebig war, den reinen Leuchter der neuen Synagoge in Roth zu geben. Es ist der geehrte Meister, Herr Jehuda Löb, Sohn des geehrten Meisters, Herrn Jechiel, seligen Angedenkens, aus Ansbach, und dessen Gattin, die tüchtige Ehefrau, Frau Cheila, Tochter des geehrten Meisters, Herrn Jakob Öttingen, er möge lange, gute Tage erleben, in Jahr 498 der kleinen Zählung (1737/1738).