Harburger Notizblätter
1926 beauftragte der Verband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern den Kunsthistoriker Theodor Harburger (1887–1949), die in bayerischen Synagogen befindlichen Ritualobjekte zu inventarisieren. Bis 1932 besuchte Harburger 213 Synagogen und dokumentierte auf über 2.000 eng beschriebenen Seiten Ritualgegenstände, Synagogaltextilien und weitere Ausstattungsgegenstände sowie Objekte des häuslichen Gebrauchs aus rund 90 Privatsammlungen. Insgesamt erfasste Harburger mehrere tausend Objekte, von denen er rund 800 fotografierte. Die handschriftlichen Aufzeichnungen umfassen Maß- und Materialangaben, detaillierte Beschreibungen, Abschriften von hebräischen Widmungsinschriften und zeichnerische Wiedergaben von Meister- und Beschauzeichen bei Silbergegenständen.
Bisher lagen Theodor Harburgers Inventarnotizen nur in handschriftlicher Form in den Central Archives for the History of the Jewish People (CAHJP) in Jerusalem im Original und im Jüdischen Museum Fürth als Mikrofilme aus den 1990er-Jahren vor.
Die wissenschaftliche Edition und digitale Erschließung dieser Aufzeichnungen stellt Wissenschaftler*innen unterschiedlichster Sparten ebenso wie einer breiten interessierten Öffentlichkeit ein wichtiges Werkzeug zur Verfügung.
Gemälde, München (Obb.)
- Datierung 1844
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Objektart
Gemälde
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Material
Öl auf Leinwand
- Inventarnummer P160a.129.219.001
- Zugang Leihnahme
- Creditline CAHJP, P160a-129, München, Bl. 219
- Zitiervorschlag Theodor Harburger, Gemälde, München (Obb.), 1844, CAHJP, P160a-129, München, Bl. 219
- Permalink https://sammlung-online.juedisches-museum-muenchen.de/objekt/gemaelde-muenchen-obb-50004657
Werktext
[Privatbesitz] Dr. Hugo Sternfeld, Thierschstr. 38/II: Ölbild des Rabbiners Dr. Aub: Gemalt von D. Ottensoser i. J. 1844. Signatur: D.O.p. 1844. Brustbild in Talar, Käppchen und Tallith mit aufgeschlagenem hebr. Chumasch ("Par. Vajischlach, Kap. XXXII") in der Hand. (Phot. VI/620).
|Rabbiner Hirsch Aub war mit Therese Aub verheiratet. Aus dieser Ehe gingen acht Kinder hervor. Emilie Sternfeld (1831-1908) war eines dieser Kinder. Sie hat offenbar ein Gemälde ihres Vaters, das sich heute in der Sammlung des JMM (JM 32/2016) befindet, in die Ehe mitgebracht. Da das Ehepaar Hugo und Emilie Sternfeld in München überlebt hat und auch ihre Tochter Maria Josephine bis zu ihrem Tod in München blieb, ist es sehr wahrscheinlich, dass das Porträt über ein anderes Familienmitglied nach New York gelangte, oder tatsächlich, wie bisher vermutet, über ein ehemaliges Mitglied der Münchner Jüdischen Gemeinde, um dann ab 1941 seinen Platz in der Synagogengemeinde Beth Hillel in Washington Heights zu finden. Von dort fand das Gemälde seinen Weg ins Jewish Museum in New York, als Beth Hillel in den 1960er-Jahren einige seiner Kunstobjekte abgab. 2016 wiederum schenkte das Jewish Museum dem JMM das Porträt von Rabbiner Hirsch Aub und so hatte es nach einer langen Reise seinen Ausgangspunkt München wieder erreicht.