Die Schlossbrauerei Planegg

Die ursprünglich aus einfachen unterfränkischen Verhältnissen stammende Familie Hirsch prägte die wirtschaftliche und technologische Landschaft Deutschlands im 19. Jahrhundert nachhaltig.

1818 wurde Jakob von Hirsch in den erblichen Adelsstand erhoben und damit zum ersten jüdischen Grundherrn in den zu dieser Zeit absolutistisch regierten deutschen Staaten. Infolge dieser Nobilitierung machte sich die Familie Freiherr von Hirsch nicht nur im Bankenwesen, sondern besonders auch in der Brauindustrie verdient. 1824 wurde Jakob von Hirsch zum Hofbankier ernannt, ein Jahr darauf Jahr erwarb er das Rittergut Planegg. Nach einem zwölf Jahre andauernden Rechtstreit mit der Isarkreis-Regierung und den Münchner Bierbrauern gründete er 1836 endlich die Schlossbrauerei Planegg, eine ausgesprochen erfolgreiche Großbrauerei, die durch ihre technischen Innovationen Industriegeschichte schrieb. 

Als mustergültig wurde sie in einschlägigen Journalen wie bspw. der Allgemeinen Wiener Bauzeitung vorgestellt und nicht zuletzt als modernste Brauerei Bayerns zu einem Vorbild für jene Münchner Brauereien, die ihre Entstehung lange Zeit bekämpft hatten. Über neunzig Jahre lang wurde in der Schlossbrauerei Planegg erfolgreich Bier gebraut, ehe sie 1928 von der Pschorrbräu AG übernommen und 1933 schließlich aufgelöst wurde.

Mehr zur Geschichte der Familie von Hirsch und der Schlossbrauerei Planegg erfahren Sie in unserem Katalog „Bier ist der Wein dieses Landes“.

Besuchen Sie außerdem die Ausstellung „200 Jahre Familie von Hirsch in Planegg“ im ARCHIV+GALERIE der Gemeinde Planegg. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums präsentiert das Gemeindearchiv eine Ausstellung über die Geschichte der freiherrlichen Familie von Hirsch in Planegg, ihre Wechselbeziehung zur Gemeinde sowie die leidvollen Jahre der Enteignung und Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus.