L. Bernheimer
- Lebensdaten: 1864 - 1987
Biografie
Die Firma L. Bernheimer war eine bedeutende Münchner Kunst- und Antiquitätenhandlung.
Lehmann Bernheimer, der Sohn des Buttenhauser Textilhändlers Meier Bernheimer ließ sich 1864 in München nieder und gründete ein Textilwarengeschäft, mit dem er bald in die Kaufingerstraße umzog. 1887 erwarb er ein Grundstück am Lenbachplatz und ließ dort ein Palais mit Geschäfts- und Wohnräumen errichten, das 1889 von Prinzregent Luitpold eingeweiht wurde. In der Zwischenzeit hatte sich Lehmann auf Ostasiatika und Teppiche spezialisiert. Nach Lehmanns Tod wurde das Unternehmen von seinen Söhnen Max, Ernst und Otto Bernheimer weitergeführt, sowie später von seinen Enkeln Paul, Ludwig und Kurt. Während der NS-Zeit war die Firma zunächst dadurch geschützt, dass Otto mexikanischer Konsul war und das Gebäude am Lenbachplatz als Konsulat diente. Während der Novemberpogrome wurden Ottos Söhne und auch er selbst nach Dachau verschleppt, enteignet und in die Emigration nach Venezuela gezwungen. Otto Bernheimer gehörte zu den wenigen jüdischen Münchner*innen, die in ihre Heimatstadt zurückkehrten. Die Firma L. Bernheimer wurde an die Familie restituiert. 1977 übernahm Ottos Enkel Konrad O. Bernheimer die Geschäfte. 1987 verkaufte er das Gebäude am Lenbachplatz, zahlte seine Miterben aus und spezialisierte sich mit Bernheimer Fine Old Masters auf Alte meister des 16. bis 19. Jahrhunderts.