Lehmann Bernheimer
- Lebensdaten: 1841 - 1918
- GND-Nr. 123828848
Biografie
Lehmann Bernheimer war der Begründer eines angesehenen Münchner Antiquitätengeschäfts.
Er war das dritte Kind des Textilhändlers Meier Bernheimer und seiner Frau Sarah, geb. Kohn. Er besuchte die Volksschule in Buttenhausen und anschließend die Realschule in Stuttgart. Zweimal im Jahr besuchte er gemeinsam mit seinem Vater die Münchner Dult, um Stoffe zu verkaufen. 1854 ließ er sich in München nieder und gründete die Firma L. Bernheimer in der Salvatorstraße, in der er zunächst Textilwaren und Damenkonfektion verkaufte. Bald erweiterte er sein Angebot und verkaufte auch Teppiche. 1870 bezog Lehmann Bernheimer ein Wohn- und Geschäftshaus in der Kaufingerstraße und spezialisierte sich auf Orientteppiche und Ostasiatika, die er während seiner Europareisen erwarb und später aus Japan, China, Indien und Thailand importierte. 1882 wurde Lehmann Bernheimer zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten und 1884 zum ersten Königlich-Bayerischen Kommerzienrat ernannt. Er ließ sich am Lenbachplatz ein Palais erbauen, das 1889 von Prinz Luitpold eingeweiht wurde. Schließlich nahm er die Textilwaren aus dem Sortiment und konzentrierte sich auf kostbare Inneneinrichtungen. Damit legte er den Grundstein für die künftige Ausrichtung des Geschäfts. 1893 stiegen Lehmanns Söhne Max, Ernst und Otto mit unterschiedlichen Spezialgebieten in das Geschäft ein. Mittlerweile war die Kunst- und Antiquitätenhandlung Bernheimer international bekannt und der europäische Hochadel, amerikanische Magnaten und Intellektuelle sowie Museen kauften dort ein.
Den Ersten Weltkrieg überstand die Firma einigermaßen unbeschadet, da man auf Einkäufe in Deutschland umstellte und 1916 eine eigene Seidenweberei erwarb. Nach dem Tod von Lehmann Bernheimer wurde das Geschäft von den Söhnen weitergeführt.
Weitere Objekte (5):