Simon Seligsberger

  • Lebensdaten: 1875 - 1943
  • Geburtsort: Würzburg (Ufr.)

Biografie

Sigmund Seligsberger war Kunsthändler und Kaufmann. Er war das zweitjüngste von sechs Kindern von Salomon Seligsberger (1831-1888) und Bertha Weinberger (um 1840-1911). Nach einer höheren Schulbildung leistete er Militärdienst und nach seiner Berufsausbildung wurde er Teilhaber des elterlichen Antiquitäten- und Möbelhauses Seligsberger. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Geschäft zu einem bedeutenden Haus der Antiquitätenbranche in Deutschland. 1911 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Würzburg. 1912 wurde er zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt. Sigmund Seligsberger war Mitglied der deutschen Handelskammer, Handelsrichter, Sachverständiger für Orientteppiche, Handelsrichter, Ortsvereinsvorsitzender des Deutschen Möbelfachverbandes und bis zu seinem Ausschluss 1933 Mitglied der Handelskammer. Zudem gehörte er zu den führenden aktiven Mitgliedern des Würzburger Literaturclubs. Von 1914 bis 1918 leistete er freiwillig Militärdienst. Neben dem Eisernen Kreuz II erhielt er weitere Auszeichnungen. Er engagierte sich in der jüdischen Gemeinde und übernahm Verwaltungsaufgaben, war zeitweise Vorsitzender des Synagogenbauvereins und stellvertretender Vorsitzender der Kranken- und Pfründnerhausstiftung. 1937 wurde sein Unternehmen enteignet. Im Mai 1938 ging er mit seiner Frau Sara Wolf (1885-1843) nach Berlin, von dort aus 1939 nach Holland. 1943 wurden sie von dort nach Sobibor deportiert und ermordet. Auch ihre beiden Söhne Ernst Salomon (1919-1942) und Leo (1920-1941) überlebten nicht.