Siegmund Dottenheimer

  • Lebensdaten: 1887 - 1943

Biografie

Sigmund Dottenheimer war der Sohn des Kaufmanns und Weinhändlers Heinrich Dottenheimer (1855-1943) und seiner Frau Ida, geb. Asyl (1861-1907). Sigmund, ebenfalls Weingroßhändler in Gunzenhausen, war verheiratet mit Frieda, geb. Reinhardt (geb. 1889 in Gerolzhofen), die wohl unter anderem das wertvolle Tora-Schild mit in die Ehe brachte. Das Paar hat vier Kinder, Joel Fredi (geb. 1913), Kurt Moses (geb. 1915), Irene (geb. 1920) und Werner Hermann (geb. 1923). Bis 1933 florierte das Geschäft, dann sah die Familie sich jedoch zunehmenden Repressalien ausgesetzt und musste die Weinhandlung aufgeben. Eine Weile versuchten die Dottenheimers sich mit einer Handelsvertretung und dem Ausschank von Kaffee und Wein finanziell über Wasser zu halten. Erst nach den Novemberprogromen von 1938, als Sigmund Dottenheimer vorübergehend ins Konzentrationslager Dachau verschleppt worden war, verließ die Familie Dottenheimer Gunzenhausen und zog nach Frankfurt am Main. Dem ältesten Sohn Fredi gelang es 1937, in die USA auszuwandern, seine Eltern, die drei jüngeren Geschwister und der Großvater wurden in verschiedenen Konzentrationslagern ermordet. Siegmund Dottenheimer wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, 1943 wurde er im KZ Auschwitz ermordet.