Franz Landauer

Biografie

Franz Landauer war Kaufmann und Versicherungsvertreter.

Er war der Sohn des Kommerzienrats Otto Landauer, der in München ein erfolgreiches Damenwäschegeschäft führte. Er hatte sechs Geschwister: Kurt, Leo, Paul, Alfons, Gabriele, verh. Rosenthal und Henny, verh. Siegel. 1908 wurde Franz Landauer Teilhaber im Geschäft seines Vaters. Im selben Jahr heiratete er Tilly Höchstädter. Nach der Liquidation der väterlichen Firma im März 1928 entstand die Vereinigte Modehäuser Landauer-Sundheimer AG, deren Gründer u. a. die Brüder Franz, Alfons und Kurt Landauer waren. 1929 erfolgte eine weitere Vereinigung und die Firma wurde zu Drescher & Landauer, mit Franz Landauer als Teilhaber. Im August 1931 ging das Geschäft in Konkurs. Franz Landauer arbeitete ab 1930 als Vertreter für die Phönix Versicherungsgesellschaft mit Sitz in Wien. Im September 1938 musste er sein Gewerbe als Versicherungsvertreter abmelden. Im Juli desselben Monats wurden Franz und Tilly Landauer gezwungen, ihre Wohnung in der Königinstraße zu verlassen und in die Hohenstaufenstraße 7 zu ziehen, wo Franz zuvor sein Büro gehabt hatte. Am 12. November 1938 wurde er in das KZ Dachau deportiert und nach kurzer Zeit wieder entlassen. Er wurde wegen einer anonymen Denunziation angeklagt und flüchtete gemeinsam mit seiner Frau im August 1939 nach Amsterdam. Von dort wurde er aufgrund eines Haftbefehls im Oktober 1940 zurückgeholt, vor Gericht gestellt und freigesprochen. Nach dem Prozess kehrte Landauer nach Amsterdam zurück. Er starb im Juli 1943 im Sammellager Westerbork vor der Deportation in ein Vernichtungslager.