Jakob Herz

Biografie

Jakob Herz war deutscher Arzt und der erste jüdische Professor in Bayern.

Er war das älteste von elf Kindern des Kaufmanns Samson Herz und seiner Frau Rosalia, geb. Rindskopf. Er studierte ab 1835 an der Universität Erlangen Medizin und promovierte 1839. Nach dem Studium arbeitete er als Gehilfe von Louis Stromeyer bei orthopädischen Operationen und entwickelte mit ihm gemeinsam eine Operationstechnik, die Menschen mit Klumpfüßen half und internationale Beachtung fand. 1842 wurde Jakob Herz Assistent in der chirurgisch-augenärztlichen Abteilung des Universitätskrankenhauses Erlangen. Auch dort war er innovativ tätig und immer an medizinischen Fortschritten interessiert. 1847 wurde er Prosektor am anatomischen Institut. 1854 stellte er ein Habilitationsgesuch, das zunächst abgelehnt wurde, da es Juden untersagt war, an deutschen beziehungsweise christlichen Lehranstalten zu unterrichten. Durch den bayerischen König erhielt er das Recht, Vorlesungen zu halten und nach der Gleichberechtigung 1861 wurde er zuerst zum Honorarprofessor und 1863 endlich zum außerordentlichen Professor an der Universität Erlangen ernannt. 1869 wurde er ordentlicher Professor der Anatomie.