Münchner Neueste Nachrichten

Biografie

Die Münchner Neuesten Nachrichten wurden als rein informatives Nachrichtenblatt ohne politische Ausrichtung 1848 von Karl Robert Schurich unter dem Titel Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik gegründet. Der Verleger Julius Knorr erwarb es 1862. 1875 gründeten Georg Hirth und sein Schwager Thomas Knorr den Zeitungsverlag Knorr und Hirth, in dem die Zeitung fortan verlegt wurde. 1894 wurde der Verlag mit der Knorr & Hirth Buch- und Kunstdruckerei vereint und in eine Gesellschaft verwandelt. Die Neuesten Nachrichten unterlagen grundsätzlich einer liberalen Grundhaltung, waren aber königstreu und distanzierten sich von der Sozialdemokratie. Erst ab 1886 erschien sie zweimal täglich in einer Morgen- und Abendausgabe unter dem Namen Münchner Neueste Nachrichten. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet beschränkte sich auf München und dessen Umgebung, später war die Zeitung in ganz Süddeutschland bekannt. Während der kommunistischen Räterepublik erschien die Zeitung nicht. 1920 wurde sie an verschiedene Unternehmen verkauft, die sich hinter anonymen Treuhandgesellschaften verbargen. Als Herausgeber wurde Paul Nikolaus Cossmann eingesetzt, der zugleich auch die Süddeutschen Monatshefte herausgab. Chefredakteur war Fritz Gerlich. Sie blieb dabei inhaltlich rechts orientiert und wandte sich erst nach dem Hitler-Putsch 1932 gegen die Nationalsozialisten. Ab 1933 wurden die Zeitung und der dazugehörige Verlag langsam von den Nationalsozialisten übernommen. Am 9. März 1933 wurden Cossmann und andere Mitarbeiter des Verlags verhaftet und / oder gekündigt. 1935 eignete sich der Parteiverlag der NSDAP den Zeitungskonzern an. Die letzte Ausgabe erschien am 28. April 1945. 1947 übergab die amerikanische Militärregierung den Verlag Knorr & Hirth an den bayerischen Staat, der mit Ausnahme des Buchverlags den gesamten Komplex an den Süddeutschen Verlag verkaufte.